Missio canonica | Bistum Limburg

missio canonica

Die endgültige Beauftragung und Sendung zur religionspädagogischen Arbeit
im ordentlichen Unterichtsfach "katholische Religionslehre".
Die Bedeutsamkeit der Tätigkeit von ReligionslehrerInnen

Die gegenwärtige Situation des Verhältnisses von Kirche und Gesellschaft zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die früher als selbstverständlich angesehene gesellschaftliche Teilhabe der Kirche teilweise in Frage gestellt wird. Dies äußert sich in vielfacher Weise: Gelebte Religiösität entspringt weniger der einfachen Übernahme tradierter Formen durch die Sozialisierung innerhalb eines gefestigten Milieus oder der Familie. Sie ist Produkt zahlreicher Einflussfaktoren. Zu diesen Faktoren zählen die stärkere Selbstbestimmung des Subjekts, eine individualisierte Form der Lebensgestaltung, beweglichere gesellschaftliche Strukturen oder auch das veränderte Bindungsverhalten von Menschen gegenüber Institutionen. Die klassiche Annahme, dass sich ein Glaubensverständnis bereits durch das Aufwachsen im Glauben selbst entfaltet, lässt sich unter den aktuellen Vorzeichen immer weniger beobachten.

Religionspädagogischen Bildungsprozessen kommt aus diesen Gründen eine Schlüsselrolle zu.
Ihre Zielsetzung ist die Befähigung des Menschen, sich mit den zentralen Fragestellungen des Lebens, nach Gott und der eigenen Religiösität auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Die Förderung der religiösen Kompetenz ist stets konkret auf Inhalte bezogen und gelingt nicht durch das Verbleiben im Allgemeinen, da religiöse Verstehensprozesse über das rein religionskundliche Faktenwissen hinaus, von existentieller Bedeutsamkeit sind, nur aus der Binnenperspektive aufscheinen.

Hieraus erklärt sich nicht nur die gesellschaftliche Notwendigkeit und Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichtes, sondern vor allem auch die der ReligionslehrerInnen. Im Zentrum des Religionsunterrichtes steht sie mit ihrer Person für den Glauben der Kirche und wird in der Schule als Repräsentant des christlichen Glaubens und der Kirche angesehen und angesprochen. Deshalb setzt die Berufstätigkeit als ReligionslehrerIn neben der theologischen und pädagogischen Befähigung die volle Eingliederung und aktive Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche voraus.

Wozu die "missio canonica"?

ReligionslehrerInnen stehen an einer essentiellen Schnittstelle zwischen Kirche, Schule beziehungsweise Gesellschaft und Staat, sowie Heranwachsenden und Eltern. Als in der Schule wahrgenommene RepräsentantInnen der Kirche, leisten sie einen unersetzlichen Dienst, der gleichzeitig mit großen Herausforderungen verbunden ist. In diesem Zusammenhang versteht sich die "kirchliche Lehrerlaubnis" als Sendung durch die Kirche und als eine Zusage der Unterstützung in dieser herausfordernden Tätigkeit und als Zeichen der Anerkennung dieses Dienstes durch den Ortsbischof.

So formuliert der Synodenbeschluss "Der Religionsunterricht in der Schule" (1973):
"Der missio canonica/kirchlichen Unterrichtserlaubnis soll ein ständiger Kontakt entsprechen, der dem Lehrer die Gewissheit vermittelt, dass die entsprechenden kirchlichen Stellen bereit sind, ihn zu fördern, ihm Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung anzubieten und ihn in seiner schwierigen Aufgabe zu unterstützen."
(...) In der Lehrbeauftragung des Religionslehrers nimmt der Bischof im Namen der Kirche den angebotenen beruflichen Dienst des Religionslehrers an; zugleich mit diesem Auftrag wird so die Solidarität der Kirche mit dem Religionslehrer und des Religionslehrers mit der Kirche bekundet.

Wir für Sie: Unser Selbstverständnis als Schulabteilung

Wie der Synodenbeschluss weiter ausführt, ist das vertrauensvolle Verhältnis zwischen ReligionslehrerInnen und Amtsträgern außerordentlich wichtig. Hieran orientiert sich unser Selbstverständnis als Schulabteilung: Wir verstehen uns als Unterstützer in religionspädagogischen, (kirchen-)politischen und gesellschaftlichen Fragen ihrer Tätigkeit. Hierzu stellen die MitarbeiterInnen unseres Dezernats im Bischöflichen Ordinariat und in den regional verortenden religionspädagogischen Ämtern PartnerInnen eines offenen und vertrauenvollen Dialogangebots dar.

Beantragung & Verleihung

der missio canonica für die Diözese Limburg

Welche Voraussetzungen gelten für die Beantragung
der missio canonica für die Diözese Limburg?

Häufige Fragen (3)

Die Diözese Limburg ist nicht für mich zuständig. Wie finde ich die passenden AnsprechpartnerInnen?

Diözese Schulabteilung
Aachen https://www.bistum-aachen.de/Erziehung-und-Schule/Kirchliche-Bevollmaechtigung/
Augsburg https://schuleru-augsburg.de/
Bamberg https://schulreferat.erzbistum-bamberg.de/missio-canonica/index.html
Berlin https://www.erzbistumberlin.de/bildung/religionsunterricht/
Dresden-Meißen https://www.bistum-dresden-meissen.de/bildung/index.html
Eichstätt https://www.bistum-eichstaett.de/schule/
Erfurt https://www.bistum-erfurt.de/bistum_erfurt/verwaltung/schulabteilung/
Essen https://www.bistum-essen.de/info/schule-bildung/dezernat-schulehochschule/religionsunterricht/
Freiburg https://www.ebfr.de/html/missio_canonica630.html
Fulda https://www.bistum-fulda.de/bistum_fulda/bistum/schulabteilung/missio_canonica/missio_unterlagen.php
Görlitz https://www.bistum-goerlitz.de/?page_id=362
Hamburg https://www.kseh.de/
Hildesheim https://www.bistum-hildesheim.de/bildung-kultur/schulen-hochschulen/religionsunterricht/die-missio-canonica-kirchliche-unterrichtserlaubnis/
Köln https://www.erzbistum-koeln.de/kultur_und_bildung/schulen/religionsunterricht/KB/mc/
Magdeburg https://www.edith-stein-schulstiftung.de/religionsunterricht/missio-canonica-und-vorlaufige-unterrichtserlaubnis/
München und Freising https://www.erzbistum-muenchen.de/ordinariat/ressort-5-bildung/religionsunterricht-hochschulfachliche-aufgaben/cont/72841
Münster https://www.bistum-muenster.de/missiocanonica/
Osnabrück https://bistum-osnabrueck.de/schulabteilung/
Paderborn https://www.schuleunderziehung.de/870-religions-unterricht/913-missio-canonica.html
Passau https://www.bistum-passau.de/bildung-schule/ausbildung/missio-canonica
Regensburg https://www.schulreferat-regensburg.de/index.php/missio-canonica
Rottenburg-Stuttgart https://schulen.drs.de/ansprechpartneraufgabenbereiche/missio-canonica.html
Speyer https://www.bistum-speyer.de/schule/religionslehrerinnen/missio-canonica/
Trier https://www.schulabteilung.bistum-trier.de/religionsunterricht/missio-canonica/
Würzburg https://mobile.bistum-wuerzburg.org/#orgunit/300

Ich beabsichtige die Beantragung der missio canonica für das Bistum Limburg, jedoch könnte nach meinem zweiten Staatsexamen ein Wechsel in eine andere Diözese bevorstehen.

Die zuständige Diözese ergibt sich aus dem Dienstort an dem Sie Religionsunterricht erteilen. Bitte warten Sie die Stellenzusage, um anschließend die missio canonica in dem für Sie zuständigen Bistum zu beantragen.

Zum Zeitpunkt der Beantragung ist die beabsichtige, kirchliche Eheschließung noch nicht vollzogen.

Dies stellt kein Hindernis für eine Beantragung der missio canonica dar. In diesem Fall nehmen wir mit persönlichen Kontakt auf und besprechen das weitere Vorgehen.

Zur Zeit unterrichte ich keinen Religionsunterricht, da ich aus schulorganisatorischen Gründen keine Lerngruppe übernehmen konnte. Kann ich die missio canonica dennoch beantragen?

Sollten Sie alle weiteren Voraussetzungen erfüllen, stellt dies kein Hindernis dar. Sollten Sie später katholischen Religionsunterricht erteilen, können Sie die Informationen zu Einsatzort telefonisch oder formlos via E-Mail nachreichen.
Sie haben weitere Fragen? FAQs
 

Dr. Georg Bätzing - Bischof von Limburg

"Wir bauen sehr viel mehr auf die mit Missio ausgesandten Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die ja inhaltlich und fachlich ausgezeichnet ausgebildet sind. Wir müssen die Menschen ausrüsten, die den Religionsunterricht dann gestalten. In dieser Perspektive räume ich dem Religionsunterricht nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert ein. Der Religionsunterricht ist innerhalb des Schulsystems, das ja unter einem hohen Leistungsdruck steht, sozusagen ein Andersort – man spricht heute auch von der Heterotopie. Menschen sollten ein Stück weit einfach einmal etwas Anderes erleben können. Das bekommen, glaube ich, viele unserer Kollegen und Kolleginnen gut hin: Sie führen junge Leute an Fragen heran, die nicht in erster Linie inhaltsorientiert sind, sondern vielmehr die Sinnfrage berühren. Ich meine dies nicht im Sinne der Katechese. Religionsunterricht und Katechese sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber in einer inhaltlich unterfütterten Offenheit, die jungen Leute geistig in Bewegung zu bringen und Fragen zu stellen."

aus: EULENFISCH - Limburger Magazin für Religion und Bildung / Ausgabe 02_2016